Corona-Regelwirrwarr ist eine Zumutung

„Es ist keine Frage, wir müssen die vierte Corona-Welle brechen“, sagt der FDP-Landtagsabgeordnete und gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Jochen Haußmann aus Kernen: „Aber es ist die Frage, ob wir das mit dem Regelungswirrwarr schaffen, den die Landesregierung am Wochenende über die Menschen gebracht hat.“ Am Freitag kündigte die Landesregierung 2Gplus für die Gastronomie und andere Bereiche an. Am Abend kam dann die erste Korrektur, dass für Personen, die geboostert sind, die 2Gplus-Regelung nicht gilt. Am Samstagabend informieren Abgeordnete der Regierungsfraktionen, dass 2Gplus auch nicht für Personen gilt, deren Zweitimpfung/Genesung nicht länger als 6 Monate her ist.

 Eine offizielle Mitteilung des Landes liegt allerdings nicht vor. Julia Goll bringt es auf den Punkt: „Diese ständig wechselnden Regelung sind eine Zumutung und Respektlosigkeit gegenüber allen Betroffenen, Anbietern und Gästen in Gastronomie, Kunst, Kultur und Sport. In den bald zwei Jahren der Pandemie wird von Bürgerinnen und Bürgern viel verlangt und die allermeisten bemühen sich redlich, alle Regeln zu befolgen. Da darf man von der Landesregierung endlich etwas mehr Professionalität erwartet werden.“ Die Bürgerinnen und Bürger benötigen mehr Transparenz und Planbarkeit, statt operativer Hektik. Dazu gehört auch, dass wir stets neuer Erkenntnisse einbeziehen.

Jochen Haußmann verweist dabei auf das aktuelle Gutachten des Max-Planck-Instituts zur Wirksamkeit der FFP2-Masken. „Das Gutachten zeigt, dass FFP2 Masken sehr gut schützen. Im Umkehrschluss ist die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus ohne Maske erheblich. Daraus sollte die Landesregierung bei ihren weiteren Verordnungen berücksichtigen, denn damit sehe ich die Chance, beispielsweise die 2G-Regelung im Handel durch die Pflicht zur FFP2-Maske zu ersetzen.